Tesla hat am 3. September in Austin ein Launch-Event nur für geladene Gäste unter dem Titel „Exclusive Access: Cybercab“ abgehalten und es für alle anderen gestreamt. Schon am 4. September nahm das eigens entwickelte Robotaxi in einem begrenzten Teil der Stadt öffentliche Fahrgäste auf. Der Cybercab bekommt keine eigene App: Er taucht in Teslas bestehendem Robotaxi-Dienst neben fahrerlosen Model Y auf und läuft mit demselben Autonomie-Software-Stack.
Was der Cybercab ist
Das Fahrzeug ist ein Zweisitzer ohne Lenkrad und Pedale, aufgebaut auf Teslas AI4-Computer. Es wiegt 3.113 Pfund (rund 1.412 kg), trägt eine 48-kWh-Batterie und verbraucht etwa 165 Wh pro Meile, was es ungewöhnlich effizient macht. Der Preis dafür ist Platz: Das Model Y, das er ergänzt, bietet fünf Sitze und Raum für Gepäck, Kinderwagen und Rollstühle. Die Produktion begann in der ersten Jahreshälfte in der Gigafactory Texas, und zum 2. September waren 45 Cybercabs in Texas zugelassen.
Nevada öffnet die Tür
Am 20. August genehmigte die Nevada Transportation Authority einstimmig kommerzielle Robotaxi-Lizenzen für Tesla, Waymo und Uber im Clark County, in dem Las Vegas liegt. Teslas Lizenz erlaubt bis zu 5.000 Fahrzeuge in den ersten 12 Monaten, gegenüber je 1.000 für Waymo und Uber. Tesla teilte den Behörden mit, es werde mit Model Y beginnen, den Cybercab schrittweise einführen und nicht alle 5.000 Fahrzeuge auf einmal einsetzen.
Das Problem der Größenordnung
Anspruch und Wirklichkeit liegen noch weit auseinander. Nach mehr als einem Jahr fahrerlosen Betriebs in Teilen von Austin, Dallas, Houston, Miami, Orlando und Tampa schätzen Beobachter Teslas unbeaufsichtigte Flotte auf etwa 20 bis 30 Autos, die zu einem gegebenen Zeitpunkt unterwegs sind, mit rund 380.000 kumulierten unbeaufsichtigten Meilen. Waymo betreibt etwa 3.000 fahrerlose Fahrzeuge, absolviert mehr als 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche und hat über 220 Millionen Meilen ohne Sicherheitsfahrer zurückgelegt. Der Cybercab ist Teslas Wette, dass ein günstigeres, speziell gebautes Auto diese Lücke schneller schließt als zusätzliche Model Y.
Quelle: Electrek, TechCrunch
Foto: Electrek (Quelle)

